Recht auf Spielen, Freizeit und Selbstentfaltung

Auch wenn es selbstverständlich klingt, dass Kinder ein Recht auf Spielen, Freizeit- und Selbstentfaltung haben, ist diese Aussage relativ neu. Selbst in Europa wurde Kinderarbeit über lange Zeit als wichtig und unerlässlich betrachtet. Arbeit, so die gängige Meinung um die Jahrhundertwende, erziehe die Kinder zu Fleiß, Ausdauer und Genügsamkeit. Tatsächlich wurden die Kinder jedoch oft bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit ausgebeutet. Vor allem in der Landwirtschaft wurden Kinder als billige Arbeitskräfte eingesetzt, aber auch die Fabriken der industriellen Revolution stellten Kinder an die Maschinen. Inzwischen ist es ein weltweit anerkannter Grundsatz: Jedes Kind hat das Recht auf Bildung und freie Entfaltung.

220 Millionen Kinderarbeiter

Nicht überall wird der oben genannte Grundsatz auch eingehalten. Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern müssen Kinder arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Oder sie schlagen sich als Straßenkinder mit Gelegenheitsarbeiten durch, verwahrlost, ohne Dach überm Kopf und ohne Rechte. Sie bekommen nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Weltweit spricht man von fast 220 Millionen Kinderarbeitern. Die oft schwere körperliche Arbeit erschöpft die Kinder, hemmt sie in ihrer körperlichen Entwicklung oder schädigt sie sogar nachhaltig.

Schulbildung und Fürsorge statt Prostitution und Kriminalität

Vor allem in den Steinbrüchen Indiens leben Familien schon seit Generationen in Schuldknechtschaft. Nicht minder furchtbar trifft es die Buben, die in den bolivianischen Silberminen schuften. Mitte der 90er Jahre rüttelten Berichte über die Zustände der Kinderarbeiter in Baumwollplantagen die Welt auf, aber auch die Situation asiatischer und europäischer Kinder, die in die Prostitution oder Kriminalität gezwungen werden, lösten Entrüstung aus. Mindestens genauso schlimm wie die psychische und physische Schädigung ist der Umstand, dass Kinder ohne Schulbildung keine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben. Diesen Missstand hat Sternstunden schon sehr früh erkannt und setzt sich daher seit Jahren dafür ein, betroffene Kinder durch Schul- und Versorgungsprogramme aus ihrem Elend herauszuführen.