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Ein Brunnen für die Kinder in Enugu

Behinderung - in Afrika gilt dies noch immer als Zeichen für einen bösen Zauber oder als Strafe für die Sünden der Familie. Entsprechend werden die davon betroffenen Kinder oftmals versteckt und bleiben von der Gemeinschaft ausgestoßen.
Ein Behindertenzentrum in Enugu nimmt sich dieser Kinder an. Was mit einem heilpädagogischen Kindergarten in einer früheren Garage begann, hat sich inzwischen zu einer heilpädagogischen Tagesstätte mit Internat sowie Sonder- und Integrativ-Schule ausgedehnt. Inzwischen fahren die Familien behinderter Kinder viele Hundert Kilometer um sich im "Therapeutic Day Care Center" Rat und Hilfe zu holen. Der Kindergarten beherbergt 120 Kinder, die Früherziehung und Sprachtraining erhalten. Danach wechseln sie in die Sonderschule. Wenn die geistigen Fähigkeiten dazu nicht ausreichen, besuchen sie danach die Werkstätten. Dort werden derzeit rund 100 Kinder ab 14 Jahren in praktischen Fähigkeiten ausgebildet wie Nähen, Kochen, Körbe und Taschen flechten, Fußmatten knüpfen, Schreinern und Schustern. So werden die Jugendlichen optimal auf ein möglichst selbstständiges Leben vorbereitet.
Im Internat sind rund 90 Kinder untergebracht, die aus weiten Teilen Nigerias kommen. Das benötigte Trink- und Putzwasser muss täglich vom abgelegenen Fluss in Kanistern in das Zentrum getragen werden. Vor allem zu Trockenzeiten, wenn der Fluss wenig Wasser führt, ist das sehr mühsam. In Regenzeiten, wenn der Fluss reißend ist, kann es sogar gefährlich sein und der Schlamm macht das Gelände schwer begehbar.
Sternstunden unterstützte das Behindertenzentrum 2007 bei der Installation einer Regenwasseranlage und dem Bau eines Brunnens. Beide Bauprojekte sind inzwischen fertig gestellt und leisten nachhaltig gute Dienste: Im März 2010 erreicht Sternstunden ein Brief von Heilpädagogin Hildegard Ebigbo aus dem Behindertenzentrum. "Wir sind sehr froh über die Wasseranlagen, die Sternstunden für uns gebaut hat. Wir sind jetzt im 5. Monat der Trockenzeit und haben immer noch Wasser. Das ist von unschätzbarem Wert für uns, denn nicht weit von hier gab es vor ein paar Tagen einen Choleraausbruch."





