Hebammenschule im Südsudan

Thomas hat Glück gehabt. Das Kind lebt, im letzten Moment haben die Hebammen die Mutter und den Neugeborenen gefunden. Die Frau war auf dem Weg ins Krankenhaus niedergekommen, auf einem Pfad im Busch von Westequatoria im Südsudan. Thomas ist eine Frühgeburt, wiegt jetzt nach einem Monat nur 2.800 Gramm. Dennoch haben er und seine Mutter ein Riesenglück.

Joeslina hatte kein Glück. Es gab Komplikationen bei der Geburt, doch von ihrem Dorf bis zum Krankenhaus sind es 40 Kilometer. Das Kind starb unterwegs.

Der Südsudan hat die höchste Kinder- und Müttersterblichkeitsrate der Welt. Anna, Hebamme am Krankenhaus in Lui, kann die schwangeren Mütter in den Dörfern nicht besuchen. Der Weg ist zu weit, sie schafft es nur, die Frauen in der Nähe des Krankenhauses zu betreuen. Deswegen möchte Anna weitere Hebammen ausbilden. Sie sollen in die Dörfer gehen, um Schwangere zu untersuchen und bei den Geburten zu helfen. Sternstunden will die Hebammenausbildung am Krankenhaus in Lui im Süd Sudan finanzieren und damit die Kinder- und Müttersterblichkeit im Südsudan bekämpfen.