Sternstunden-Berufsschule für Straßenkinder in Uganda

Für Edwin ist es die erste warme Suppe seit Tagen. Monatelang ist der 12-Jährige durch die Straßen von Kampala in Uganda geirrt. Ein Straßenjunge, weggelaufen, weil er die Schläge der Stiefmutter nicht mehr länger ertragen wollte. Heute ist er zum ersten Mal in die Auffangstation der "Little Sisters of St. Francis" gekommen. Auf dem Gelände befindet sich eine Hütte mit primitiver Küche, zwei Schlafsäle, ein Hühnerstall, ein Schweinestall und ein Gemüsegarten. Hier versucht Schwester Mary Alma Nakanwagi Straßenkinder aufzufangen und sie wieder zurück in die Gesellschaft zu bringen. Die Arbeit auf dem Feld und mit den Tieren führt die Kinder wieder an einen geregelten Tagesablauf heran. 
Auch der neunjährige Omar ist seit ein paar Tagen in der Auffangstation. Edwin und Omar haben große Träume: Beide Jungen wollen Pilot werden, doch sie wissen, vorher müssen sie wieder die Schulbank drücken! Die Kinder haben sich mit Betteln und Abfällen durchgeschlagen, Hunger und Drogen waren ihre ständigen Begleiter.

Schwester Mary Alma Nakanwagi lässt den Kindern Zeit. Erst nach sechs bis neun Monaten in der Auffangstation versucht sie, die Kinder behutsam in den Schulalltag zu integrieren. Das Schulgebäude der Schwestern liegt auf dem Land im Busch, rund 30 Kilometer außerhalb Kampalas. Auf diese Weise können die Kinder nicht so einfach wieder weglaufen und zurück auf die Straßen Kampalas flüchten. Der Unterricht an der Schule ist derzeit bis zur 9. Klasse möglich, doch mit Hilfe von Sternstunden bauen die Schwestern nun eine Berufsschule, um eine Ausbildung in den Arbeitsbereichen Tischlerei, Bauwesen, Töpferei und Landwirtschaft anbieten zu können.