Sternstunden-Schule für Flüchtlingskinder im Libanon

Infolge des Bürgerkrieges und der instabilen politischen Situation leben heute zehntausende Flüchtlinge im Libanon. Da der Libanon die Genfer Konvention nicht unterschrieben hat, werden Flüchtlinge nicht legal anerkannt, sie haben keinerlei Schutz und können jederzeit ausgewiesen werden. Sie leben zumeist unter menschenunwürdigen Bedingungen in den Armenvierteln von Beirut und werden von den Behörden völlig ihrem Schicksal überlassen. Der Status der Illegalität führt dazu, dass sich diese Menschen verstecken müssen und unter unvorstellbaren hygienischen Bedingungen leben, was zu Mangelernährung und schlechtem Gesundheitszustand vor allem bei den Kindern führt.

Um im Libanon eine Schule besuchen zu können, benötigt man offizielle Dokumente, die diese Familien in der Regel nicht besitzen. Privatschulen sind sehr teuer und verlangen ebenfalls entsprechende Dokumente. Die Folge ist, dass Kinder von Flüchtlingen oft keine Schule besuchen können und ihnen somit das Recht auf Schulbildung verweigert wird.

Aus diesem Grund hat die Caritas zusammen mit einer kleinen Menschenrechtsorganisation in Beirut ein Schulprojekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen seit einiger Zeit pro Schuljahr mehr als 50 Kinder verschiedenster Nationalitäten in Kleinstgruppen unterrichtet werden und Basisqualifikationen wie Lesen, Schreiben und Rechnen erwerben. Diese Kinder sind zwischen vier und zwölf Jahre alt und haben in der Regel noch nie eine Schule besucht. Sie werden dort zweisprachig (Arabisch und Englisch) unterrichtet, um ihnen im Falle einer Rückkehr in ihr Heimatland bzw. bei der Aufnahme in ein Drittland, die dortige Eingliederung zu erleichtern.

Außerschulische Tätigkeiten im Rahmen dieses Projektes fördern die positive Entwicklung der Kinder und ihrer Integration in die libanesische Gesellschaft und die tägliche Schulspeisung stellt für viele Kinder oft die einzige warme Mahlzeit des Tages dar. Im Sommer 2007 konnte die Organisation nun ein neues Gebäude anmieten, das ursprünglich sogar als Schule entworfen war, aber jahrelang von Flüchtlingsfamilien bewohnt wurde und sich somit in einem sehr desolaten Zustand befindet. In dem Gebäude, das durch eine eigene Küche, einem Speisesaal, Räumlichkeiten für die Lehrkräfte und großen Klassenzimmern ideale Voraussetzungen für das Projekt schafft, müssen nun noch viele Reparaturen und Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Außerdem sollen neue Schulmöbel sowie Tische und Stühle für den Speisesaal angeschafft werden.

Sternstunden möchte mit seinen Mitteln den Umbau und die Neugestaltung des Schulgebäudes vorantreiben und die Kosten für die jährlich benötigten Schulmaterialien und Schuluniformen sowie den Mittagstisch übernehmen.