Frauen- und Kinderschutz
in Deutschland und weltweit

Eine Frau rennt. An der einen Hand zieht sie ihre vierjährige Tochter hinter sich her, mit der anderen schiebt sie den Buggy mit dem Baby. Noch vor zehn Minuten stand sie in der Wohnung und er ging auf sie los. Wieder einmal. Und wieder packte er das kleine Mädchen, riss es an den Haaren und ohrfeigte es. Das war das letzte Mal, denkt sie. Sie hat es geschafft. Sie ist mit den Kindern raus, die Treppe runter, die Straßen entlang, bis sie hier ist. Beim Frauenhaus. Hier wird sie mit den Kindern Schutz finden, denkt sie, und dann in Ruhe alles neu sortieren. Zum ersten Mal seit Monaten wieder ein Funken Hoffnung - der in der nächsten Sekunde zunichte gemacht wird. Denn das Frauenhaus ist voll, alle Plätze sind belegt. Und nun?
Laut einer aktuellen Bedarfsermittlungs-Studie, die vom Institut für empirische Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt wurde, sind solche Beispiele kein Einzelfall. Jede zweite Frau in Bayern, die Schutz vor partnerschaftlicher Gewalt sucht, muss aus Platzmangel abgewiesen werden. Insgesamt ist die Rede von rund 2000 Frauen im Jahr, mit und ohne Kindern. Denn auch diese sind in vielen Fällen der Willkür des Vaters ausgesetzt oder müssen zumindest das Martyrium der Mutter mit ansehen. Für sie fehlt nicht nur der Platz im Frauenhaus - auch das System der Kinder- und Jugendhilfe platzt aus allen Nähten. Sternstunden macht sich nicht erst seit der Veröffentlichung der Studie stark, sondern unterstützt bereits seit der Gründungszeit im Jahr 1993 Maßnahmen, die Frauen und Kindern Schutz bieten. 

Projektbeispiele