Umbau und Ausstattung des Straßenkinderhauses BUTZE

Sie ziehen ein Leben auf der Straße vor, weil sie keinen anderen Ausweg sehen, weil die Konflikte in der Familie unerträglich sind oder weil sie zu Hause psychischer und sexueller Gewalt ausgesetzt sind.

Projekt Steckbrief

ProjektdurchführungStraßenkinder e.V.

Hohensaatener Str. 20/20a
12679 Berlin

Aktionsjahr2019
OrtDeutschland, Berlin
Fördersumme1.000.000,00 €
Gruppe Jugendlicher sitzt um einen Tisch und spielt Karten
© Foto: Straßenkinder e.V.

Laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts von 2017 gibt es in Deutschland über 6500 Straßenjugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren – zwei Drittel davon sind weiblich. Mehrere Hundert sind sogar noch jünger. Oft rutschen sie – von den Jugendämtern unbemerkt – durch das System, weil die Erziehungsberechtigten ihr Fehlen nicht melden.

Der Berliner Verein Straßenkinder hat im Jahr 2000 mit einem niederschwelligen Angebot, einer ersten Anlaufstelle, begonnen, in der es neben Tee und Keksen auch ein offenes Ohr für Straßenkinder und -jugendliche gab. Schnell entwickelte der Verein eine Streetworkinitiative, weitere Anlaufstellen, Beratung und Vorbeugungsmaßnahmen gegen Kinder- und Bildungsarmut. Im April 2010 wurde das Präventionsprojekt „Kinder- und Jugendhaus BOLLE“ eröffnet, in dem täglich rund 150 Kinder ab fünf Jahren betreut werden, um so ihr Abrutschen auf die Straße zu verhindern. 

„Die Kids, die wir betreuen, sind nicht weniger begabt als die aus besseren Wohnvierteln. Aber ihr Startblock ins Leben steht 30 Meter weiter hinten."
Eckhard Baumann, Geschäftsführer Straßenkinder e.V.
Beratungsgespräch zwischen zwei Männern
© Foto: Straßenkinder e.V.

Neben Notversorgung, Anlauf- und Beratungsstelle hilft Straßenkinder e.V. den Mädchen und Jungen zurück in ein normales Leben. Doch auch in Berlin ist Wohnraum Mangelware; dazu wird die Arbeit mit den Straßenkindern durch ihren Lebensalltag auf der Straße erschwert. Eine schnelle Vermittlung in geeignete Wohnformen zur Reintegration ist nur selten möglich. 

Deshalb entsteht in Berlin nun das Haus BUTZE. Hier können zeitgleich zwanzig Jugendliche für jeweils circa zwölf Wochen unterkommen. Zeit, eine Wohngruppe oder andere geeignete Wohnform zu finden und - in Zusammenarbeit mit den Behörden - berufliche Perspektiven zu entwickeln.