Winterhilfe für Kinder in Kiew:
Sternstunden stellt 100.000 Euro bereit
Wenn infolge von Angriffen Strom und Heizung ausfallen, wird der Winter insbesondere für Kinder zur besonderen Belastung. Sternstunden unterstützt den Münchner Verein Brücke nach Kiew mit 100.000 Euro. Damit erhalten 835 Kinder aus bedürftigen Familien bis Ende Dezember persönliche Winterhilfe-Sets mit warmer Kleidung, Schlafsack, Lebensmitteln und Wärmepads. Die Hilfe richtet sich besonders an Kinder, deren Familien die Stadt nicht verlassen können – darunter viele Kinder mit Behinderung.

Kinder schützen, bevor der Frost kommt
In der Nacht zum 14. Oktober 2026 wurden alle drei Heizkraftwerke in Kiew angegriffen. Rund 600.000 Menschen waren ohne Strom. Wie schwer die Folgen im Winter sein können, zeigte bereits der Januar 2026: Damals blieben nach Angriffen rund 6.000 Wohnhäuser tagelang ohne Heizung – bei Temperaturen von bis zu minus 26 Grad.
Ein Stromausfall bedeutet für Familien nicht nur Dunkelheit. Der Herd funktioniert nicht, warmes Wasser fehlt und im Hochhaus steht der Aufzug still. Für Kinder im Rollstuhl kann damit auch der Weg in den Schutzraum versperrt sein. Nach Angaben des Projektträgers leben in Kiew mehr als 16.000 Kinder mit Behinderung. Hinzu kommen über 65.000 Kinder, die bereits einmal aus den Frontgebieten fliehen mussten.

Familien erreichen, die die Stadt nicht verlassen können
Die 17-jährige Elisaweta lebt mit ihrer Mutter im fünften Stock. Sie hat eine schwere Behinderung, kann nicht allein sitzen und nicht sprechen. Bei Luftalarm bleiben die beiden in der Wohnung: Ihre Mutter kann Elisaweta nicht fünf Stockwerke hinunter in den Schutzraum tragen. Auch die Stadt zu verlassen, ist für die Familie keine Möglichkeit. Es gibt keine Verwandten, bei denen sie unterkommen könnte, und kein Geld für eine andere Unterkunft. Elisawetas Geschichte zeigt, warum Winterhilfe die Kinder zu Hause erreichen muss. Ein Schlafsack oder Wärmepads machen den Weg in einen Schutzraum nicht frei. Sie können aber Wärme spenden, wenn die Heizung ausfällt.
„Wir wissen, was das für die Familien bedeutet, die nicht gehen können. Dass Sternstunden so schnell entschieden hat, ist für diese Kinder der Unterschied zwischen einem Winter mit und ohne Schlafsack.“

Konkrete Winterhilfe für 835 Kinder in Kiew
Sternstunden e. V. unterstützt Brücke nach Kiew seit Jahren – 2025 unter anderem beim Bau eines barrierefreien Schutzraums im Sozialzentrum. Mit der aktuellen Sternstunden-Förderung in Höhe von 100.000 Euro stellt der Verein gemeinsam mit dem Samariterbund der Ukraine, Kreisverband Kiew, persönliche Winterhilfe-Sets für 835 Kinder und Jugendliche bereit. Jedes Set im Wert von rund 120 Euro enthält Winterkleidung und Schuhe, einen Schlafsack bis minus 20 Grad, ein Lebensmittelpaket für Tage ohne Herd, 20 Wärmepads und eine Thermodecke. Die Verteilung ist bis Ende Dezember geplant.
Die Sets können Strom und Heizung nicht ersetzen. Sie helfen aber, die unmittelbaren Folgen eines Versorgungsausfalls abzumildern: mit zusätzlicher Wärme, Lebensmitteln und einem geschützteren Schlafplatz. „Der anhaltende Krieg in der Ukraine und der bevorstehende Winter bringen vor allem Kinder und ihre Familien in große Not. Nach den jüngsten Angriffen auf die Energieversorgung in Kiew ist es umso wichtiger, sie nicht allein zu lassen“, sagt Natalie Schmid, Geschäftsführerin von Sternstunden e. V.

