Frühzeitig über fetales Alkoholsyndrom und Folgen aufklären

Die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF) plant deutschlandweit 1.800 Präventionsveranstaltungen in Schulen für 2022 und 2023. Sternstunden unterstützt diese Prävention und Gesundheitsbildung von Jugendlichen mit 280.000 Euro.

Projekt Steckbrief

ProjektdurchführungÄrztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF)

Pickhuben 2
20475 Hamburg

Aktionsjahr2022
OrtDeutschlandweit
Fördersumme280.000,00 €
Die Ärztinnen der ÄGGF informieren in den Klassenstufen 4-13 über die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft
Die Ärztinnen der ÄGGF informieren in den Klassenstufen 4-13 über die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft.  (© Foto: ÄGGF e.V.)

Die Ärztinnen der ÄGGF informieren in den Klassenstufen 4-13 über Alkohol und seine Folgen und veranschaulichen, welche Auswirkungen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auf das Ungeborene hat. Unter dem Motto „Anschauen und Begreifen“ arbeiten sie mit der von der ÄGGF entwickelten und von Sternstunden 2014 finanzierten Puppe „FASI“.  Schülerinnen und Schüler können hieran sehr deutlich eine Reihe körperlicher Symptome erkennen. Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol allgemein und insbesondere im Vorfeld eigener Schwangerschaften zu sensibilisieren. 

Jährlich werden in Deutschland über 3.000 Kinder mit dem Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) und circa 10.000 weitere Kinder mit partiellen FAS-Schäden geboren – ausgelöst durch den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft. Damit ist FASD (Fetale Alkoholspektrumstörung; d.h. Schädigungen, die pränatal durch den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft entstehen) in Deutschland die häufigste nicht genetisch bedingte Behinderung bei Neugeborenen. Besonders tragisch daran: FASD ist zu 100% vermeidbar, wenn Frauen in der gesamten Schwangerschaft keinen Schluck Alkohol trinken. Allerdings existiert offensichtlich noch kein ausreichend verlässliches Wissen zu den gravierenden Folgen auch geringer Mengen Alkohol in der Schwangerschaft und der sicheren Vermeidung von FASD.

Ziel ist es, Jugendliche für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol im Vorfeld einer Schwangerschaft zu sensibilisieren
Ziel ist es, Jugendliche für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol im Vorfeld einer Schwangerschaft zu sensibilisieren. (© Foto: ÄGGF e.V.)

Der Konsum von kleineren Alkoholmengen in der Schwangerschaft ist bisweilen in allen gesellschaftlichen Schichten gängig und oft leider noch immer akzeptiert. Studien zeigen in erschreckender Weise, dass moderater Alkoholkonsum in der Schwangerschaft in der Gruppe der Akademikerinnen am höchsten ist. Circa 20% aller Schwangeren konsumieren auch nach Kenntnis der Schwangerschaft weiterhin Alkohol. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher. Etwa 15% aller Schwangeren trinken sogar regelmäßig Alkohol.

Die ÄGGF hat sich deshalb zur Aufgabe gemacht, bereits in den Schulen ab der 4. Klasse und damit deutlich im Vorfeld eigener Schwangerschaften mit der Aufklärungsarbeit zu FASD und dessen sicherer Vermeidung zu beginnen. Durch wiederholte entwicklungsbegleitende Besuche in folgenden Jahrgangsstufen sollen das Wissen vertieft und die Verhaltensabsichten gefestigt werden.  Denn schon früh werden die Weichen für ein gesundheitsbewusstes Verhalten für das weitere Leben gestellt. 

Die FASD-Aufklärungsarbeit trägt Früchte. In den Veranstaltungen stellen die Ärztinnen fest, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler immer öfter schon einmal etwas zum Thema „FASD“ gehört haben bzw. zumindest deutlich mehr von ihnen schon zu Beginn der Veranstaltung sehr vehement sagen, dass eine Schwangere keinen Alkohol konsumieren sollte. Trotzdem bleibt noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten und in den letzten zwei Schuljahren ist durch den häufigen coronabedingten Wegfall der Sexualaufklärung in den Schulen auch das Thema FASD-Prävention entfallen. 

Anhand der Puppe „FASI“ können Schülerinnen und Schüler sehr deutlich eine Reihe körperlicher Symptome erkennen
Anhand der Puppe „FASI“ können Schülerinnen und Schüler sehr deutlich eine Reihe körperlicher Symptome erkennen.  (© Foto: anA-Tomie)