Kinder mit Behinderungen in Konfliktregionen fördern und stärken

In der nordäthiopischen Region Tigray herrschen seit einigen Jahren Unruhen und bewaffnete Konflikte zwischen verschiedenen Parteien und Gruppen. Das Leben unter den sowieso bereits schweren Bedingungen gestaltet sich für Kinder mit Behinderung nochmals schwieriger. Denn ihre eingeschränkte Beweglichkeit und weitere körperliche Beeinträchtigungen verhindern den Zugang zu Unterstützungsmöglichkeiten und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.  

© Foto: ChildFund Deutschland

Der Krieg in Tigray begann im November 2020 durch einen Machtkonflikt zwischen der äthiopischen Regierung und der Regionalpartei Tigray People's Liberation Front (TPLF). Streit über verschobene Wahlen und gegenseitige Angriffe führten zur militärischen Eskalation. Der Konflikt verursachte eine schwere humanitäre Krise, die jedoch in der westlichen Welt kaum Beachtung fand. 2022 wurde zwischen beiden Parteien zwar ein Friedensabkommen geschlossen, doch die Folgen des Konflikts wirken bis heute nach.

In Folge der Auseinandersetzung in Tigray leben viele Kinder und Jugendliche mit schweren Behinderungen, darunter der Verlust von Gliedmaßen. Das Sternstunden-Projekt unterstützt mehr als 1.200 betroffene Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren und zielt darauf ab, ihr körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden nachhaltig zu stärken. Je nach individuellem Bedarf erhalten die Kinder Rollstühle, Krücken sowie Prothesen oder lernen Blindenschrift und den Umgang mit dem Blindenstock. So wird ihre eigenständige Mobilität gefördert – eine zentrale Voraussetzung für die Rückkehr in die Schule und die gesellschaftliche Teilhabe. Für 830 Kinder und Jugendliche stehen zudem spezielle Therapien, Aufholunterricht sowie Angebote zur psychischen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung zur Verfügung.

Umgesetzt wird das Projekt von ChildFund Deutschland in Zusammenarbeit mit ChildFund Ethiopia. Schon seit 1971 ist ChildFund in Äthiopien tätig und leistet seit 2020 Nothilfe in den vom Krieg betroffenen Regionen Tigrays. Sternstunden unterstützte das Projekt mit 240.000 € 

Meldung erstellt am: 04. März 2026